Betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ)
Sie haben einen Ausbildungsplatz, aber keinen geeigneten Bewerber? Sie haben noch nicht oder schon länger nicht mehr ausgebildet? Die Teilnahme am Programm der betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ) ist die Lösung. EQ ist ein geregeltes Langzeitpraktikum, das von der Agentur für Arbeit gefördert wird. Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sind sechs bis zwölf Monate im Betrieb. Sie absolvieren Teile der entsprechenden Berufsausbildung und besuchen die Berufsschule.
Der Vorteil: Betriebsinhaber lernen den Jugendlichen über einen langen Zeitraum kennen. Wer lange Zeit nicht mehr oder noch nie ausgebildet hat, kann praxisnah den (Wieder-) Einstieg in die Ausbildung erproben. Die Einstiegsqualifizierung hat sich für beide Seiten bewährt. In den letzten Jahren wurden bis zu 60 Prozent der Jugendlichen in EQ in eine Ausbildung übernommen.
Das Arbeitsverhältnis in der Einstiegsqualifizierung regelt ein Vertrag. Beginn und Dauer, die tägliche Arbeitszeit, der Urlaub und die Abfolge der Lerninhalte sind festgeschrieben. Die Jugendlichen bekommen mindestens 212 Euro im Monat. Diesen Betrag sowie 106 Euro für den Sozialversicherungsbeitrag erhält der Betrieb als Zuschuss von der Agentur für Arbeit – auch während der Berufsschulzeit.
Der Betrieb leitet die Jugendlichen anhand von „Qualifizierungsbausteinen“ an. Das sind Tätigkeiten, die sich für die Jugendlichen besonders eignen, zum Beispiel das Be- und Verarbeiten von Rohren im SHK-Betrieb oder das Herstellen von Broten und Kleingebäck beim Bäcker. Idealerweise beginnt die Einstiegsqualifizierung so, dass ein nahtloser Übergang in eine Ausbildung zum nächsten Ausbildungsjahr möglich ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine anschließende Ausbildung verkürzt werden.
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Günter Kordell
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