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Trocknen mit hoher Geschwindigkeit

Startschuss für UV-Technik: Tiemo Sehon (2.v.l.) erläuterte die moderne Anlage im bbz Arnsberg dem stv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Meinolf Niemand (2.v.r.), Fachbereichsleiter Kurt Kramer (r.) und Hermann-Josef Brammen von der Firma Akzo Nobel Sikkens Autoreparaturlacke (l.).
Startschuss für UV-Technik: Tiemo Sehon (2.v.l.) erläuterte die moderne Anlage im bbz Arnsberg dem stv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Meinolf Niemand (2.v.r.), Fachbereichsleiter Kurt Kramer (r.) und Hermann-Josef Brammen von der Firma Akzo Nobel Sikkens Autoreparaturlacke (l.).

Arnsberg, 5.6.2008 Alle Wände der Kabine sind mit silberner Folie verspiegelt – das Geheimnis verbirgt sich in den Ecken: Hier steckt eine ausgefeilte Technik, die das Maler- und Lackiererhandwerk einen großen Schritt nach vorn bringt. Vier Leuchttürme mit einer Gesamtleistung von knapp 20 Kilowatt bringen UVA-Strahlung auf die Objekte.

Trocknungstechnologie mit UV-Strahlen heißt die Zukunft – und die Zukunft ist im Berufsbildungszentrum (bbz) der Handwerkskammer Südwestfalen bereits angekommen. Das bbz ist die erste Bildungsstätte in Deutschland, die eine Lackierkabine mit UV-Technik aus dem Hause Sehon, ein im süddeutschen Gechingen angesiedeltes Unternehmen für Innovative Lackieranlagentechnik, ausgestattet hat. Die Anlage SE UV-Speed wurde jetzt im Fachbereich für Maler und Lackierer in Betrieb genommen.

Mit dieser Technik zu arbeiten, heißt für die Lehrgangsteilnehmer, dass sie sich einen gehörigen Wissensvorsprung zum Nutzen ihrer Betriebe aneignen können, „denn dies ist der Weg in die Zukunft“, so Geschäftsführer Tiemo Sehon. Die Vorteile sprechen für sich: Extrem kurze Trockenzeiten unter acht Minuten und 80 Prozent Zeit- und Energiekosteneinsparung. In der Folge ergibt sich daraus eine bessere Auslastung der Kabine. „Hier müssen Arbeitsabläufe neu geregelt und optimiert werden, damit kein Leerlauf entsteht“, ergänzt Fachbereichsleiter Kurt Kramer, der dieses Wissen im Unterricht vermittelt. Durchgangszahlen lassen sich so problemlos verdoppeln. Im bbz Arnsberg wurde diese revolutionäre Technologie in die bestehende Anlage adaptiert, die Investition schlägt mit rund 40.000 Euro zu Buche.

Die Strahlungsintensität bei der UV-Trocknung liegt im ungefährlichen Bereich A. Ganz gleich, ob Spot-Repair oder Fahrzeugganzlackierung – die UV-Technologie fordert in besonderem Maße heraus, denn Material und Geräte müssen optimal aufeinander abgestimmt werden. Daher arbeitet die Firma Sehon neben anderen Lackherstellern auch mit Akzo Nobel Sikkens Autoreparaturlacke zusammen. Für die Zukunft sieht Sehon auch hier einen erhöhten Schulungsbedarf im Lackiererhandwerk, denn „die zu verarbeitenden Produkte werden von den Bearbeitungsparametern wesentlich sensibler, ihre genau abgestimmte Zusammensetzung und Verarbeitung ist entscheidend.“

Bereits seit längerem ist es möglich gewesen, Flächen mit ultravioletter Strahlung zu trocknen. Eine besondere Herausforderung stellten bislang komplexe Geometrien wegen ihrer Schattenzonen dar. Dieses Problem ist nun gelöst und so seien bereits einige Automobilhersteller hellhörig geworden, freut sich Tiemo Sehon. So wird aus dem Handwerk ein Impuls in die Industrie getragen.

Text + Foto: Kathrin Dictus

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