Markt mit Zukunft: Fachkraft für barrierefreies Bauen
Arnsberg, 19.6.2008. Barrierefreies Wohnen ist der Standard der Zukunft. Jeder fünfte Bürger ist zurzeit älter als 60 Jahre, 2030 wird es jeder Dritte sein. Die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen, die Menschen in allen Lebenslagen und bis ins hohe Alter Sicherheit und Komfort bieten, steigt stetig. Um Handwerker und Planer auf diesen zukunftsorientierten Markt vorzubereiten, bietet das Berufsbildungszentrum (bbz) der Handwerkskammer Südwestfalen ab 25. August erstmals einen Lehrgang zum senioren- und behindertengerechten Bauen und Wohnen an.
Dieser Kurs in Kooperation mit dem Fachverband Sanitär-Heizung-Klima NRW, der Fernlehrgangs- und Fördergesellschaft für Planung und Handwerk und dem Handwerkszentrum Wohnen im Alter der Handwerkskammer Düsseldorf wendet sich speziell an Handwerker aus dem Bau- und Ausbaubereich. Aber auch Planer und Architekten sowie Betreiber von Gebäuden und Anlagen für das senioren- und behindertengerechte Bauen sind angesprochen. Nach erfolgreichem Abschluss sind die Teilnehmer in der Lage, ihre Kunden kompetent zum Thema barrierefreies Wohnen zu beraten, Baumaßnahmen gewerkeübergreifend zu koordinieren und über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten zu informieren. Medizinische Kenntnisse helfen ihnen, sich besser auf die Bedürfnisse des späteren Nutzers einzustellen. Das Wissen über spezielle Aspekte des Seniorenmarketings bereitet sie auf den Einstieg in den Seniorenmarkt vor.
Der Lehrgang ist in Präsenz- und Selbstlernphasen gegliedert und ermöglicht so eine flexible Zeiteinteilung. Der Handwerker lernt zu Hause oder im Büro, in ruhiger Atmosphäre, und nutzt dazu auch eine speziell für diesen Lehrgang eingerichtete Internetplattform, die einen intensiven Kontakt zu anderen Kollegen und den Dozenten ermöglicht. Fünf Studienbriefe, die in monatlichen Abständen zugestellt werden, müssen hierzu bearbeitet werden. Die Teilnehmer treffen sich zusätzlich an zwei Wochenenden zu Seminaren im bbz Arnsberg. Hier werden die Inhalte der Studienbriefe durch Praxis ergänzt und die unterschiedlichen Erfahrungen untereinander ausgetauscht. Der Lehrgang endet nach einem halben Jahr mit einer schriftlichen Abschlussprüfung. Die Absolventen erhalten ein Zertifikat und dürfen sich „Fachkraft für barrierefreies Bauen“ nennen.
Barrierefreies Wohnen erleichtert nicht nur Senioren das Leben, einige andere Beispiele sind Familien mit Kleinkindern, Sportverletzte oder Rheumakranke. Die Möglichkeiten, ihnen den Alltag innerhalb der Wohnungen durch entsprechende bauliche Maßnahmen so angenehm wie möglich zu gestalten sind vielfältig: Schwellenarme Badeinrichtungen, höhenverstellbare Möbel, breitere Türen, Handläufe und Haltegriffe gehören ebenso dazu wie Gebäudesystemtechnik oder Multimedia-Anwendungen.
Interessiert, einen zukunftsträchtigen Markt zu erschließen? Dann sollte man sich diesen Termin dick im Kalender anstreichen und direkt anmelden: Am Dienstag, 12. August, wird im bbz Arnsberg, Altes Feld 20, 59821 Arnsberg, um 17 Uhr der Lehrgang im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Anmeldungen werden telefonisch unter 02931/ 877-306 oder per E-Mail entgegen genommen.
Kurz und knapp: Fachkraft für barrierefreies Bauen
Zielsetzung
Der Lehrgang vermittelt umfassende Fachkenntnisse, die zur Planung und Ausführung barrierefreier Gebäude, Räume und Anlagen notwendig sind. Nach erfolgreichem Abschluss sind die Absolventen in der Lage, ihre Kunden kompetent zum Thema barrierefreies Wohnen zu beraten und Lösungen anzubieten.
Inhalte
- Modul 1: Die Handicaps der Senioren und Behinderten
- Modul 2: Wohnungen, Wohnheime, Pflegeheime
- Modul 3: Bautechnik
- Modul 4: Sanitärtechnik
- Modul 5: Heizungs- und Lüftungstechnik
- Modul 6: Elektrotechnik
- Modul 7: Raumflächen und Orientierungshilfen
- Modul 8: Marketing
Lehrgangsdauer
Der sechsmonatige Lehrgang umfasst 200 Unterrichtsstunden, aufgeteilt in 161 Stunden zum individuellen Selbstlernen und 39 Präsenzstunden im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Südwestfalen.
Studienbriefe
Die Teilnehmer erhalten fünf Studienbriefe mit Begleitbögen zu insgesamt acht Modulen. Mindestens sechs Begleitbögen müssen erfolgreich bearbeitet werden, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden.
Betreuung in den Selbstlernphasen
Telefon, E-Mail-Kontakt, Internetplattform zur Kommunikation untereinander, mit den Dozenten und der Lehrgangsleitung
Prüfung
Die Teilnahme an beiden Präsenzphasen ist notwendig, um zur Abschlussprüfung, die schriftlich abgelegt wird, zugelassen zu werden. Die Absolventen erhalten ein Zertifikat und dürfen sich „Fachkraft für barrierefreies Bauen“ nennen.
Kontakt
Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Südwestfalen, Altes Feld 20, 59821 Arnsberg, Telefon: 02931 877-306, Fax: 02931 877-307, Kontakt per E-Mail.



