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"ProBe" für das Berufsleben

Praktisches Arbeiten steht für die Teilnehmer am Projekt "ProBe" im bbz Arnsberg auf dem Programm.
Einblick ins Berufsleben:Praktisches Arbeiten steht für die Teilnehmer am Projekt "ProBe" im bbz Arnsberg auf dem Programm.

Arnsberg, 23.6.2008. Von der Schulbank ins Berufsleben: Der Übergang ist mit vielen Fragen verbunden. Welcher Beruf ist der richtige? Findet man einen Ausbildungsplatz? Wie bereitet man sich auf ein Bewerbungsgespräch vor? An dieser Stelle setzt die Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Förderschulen Arnsbergs "Pro Berufsorientierung", kurz "ProBe", an.

Dieses Projekt wurde auf Initiative der Bürgerstiftung Arnsberg gemeinsam mit der Agentur für Arbeit, dem Hochsauerlandkreis, der Stadt Arnsberg und dem Kolping-Bildungszentrum entwickelt. Als Kooperationspartner ist unter anderem das Berufsbildungszentrum (bbz) der Handwerkskammer Südwestfalen beteiligt: Seit drei Monaten steht jeweils freitags praktisches Arbeiten auf dem Programm. Hier bekommen die Mädchen und Jungen einen Einblick ins Berufsleben, indem sie im Wechsel drei verschiedene Berufsbereiche durchlaufen und dabei ihre handwerklichen Fertigkeiten kennenlernen und trainieren.

Ein Kugelmagazin mit Auswurfvorrichtung wird beispielsweise bei den Tischlern gebaut, Leitungsinstallationen geben einen Einblick in die Anforderungen des Elektrohandwerks, praktische Übungen rund um das Auto wie Reifenwechsel stehen im Kfz-Zentrum an und Einblick in die Arbeit auf dem Bau bekommen die Teilnehmer beim Mauern. Gefragt ist zudem der Fachbereich Friseure und Kosmetik mit seiner ganzen Bandbreite an Anwendungsmöglichkeiten.

Auf diese Art und Weise entdecken die Teilnehmer schnell ihre eigenen Stärken, Neigungen und Schwächen und entwickeln realistische Vorstellungen über ihr Leistungsvermögen. „Im Idealfall kommt es so zu einer gezielten Berufswahl, so dass die Schulabgänger ohne weitere Warteschleifen eine berufliche Ausbildung beginnen können und diese auch abschließen“, formuliert Hans-Josef Walter, der bei der Handwerkskammer Südwestfalen für das Projekt verantwortlich zeichnet, die Zielsetzung. Die Teilnehmer sind mit großer Ernsthaftigkeit dabei, denn die Abbrecherquote ist gering.

Von insgesamt 261 Schülerinnen und Schülern der achten Klassen erhalten wöchentlich 90 in den Werkstätten des Berufsbildungszentrums einen Einblick ins Handwerk. Im nächsten Schulhalbjahr läuft das Projekt für sie weiter, denn dann werden die Erfahrungen in nur einem Beruf vertieft. Begleitend dazu findet, umgesetzt durch das Kolping-Bildungszentrum, ein Bewerbungstraining statt, bevor es auf die Zielgerade geht: Vermittlung von Praktikumsbetrieben und – im Idealfall – der Abschluss eines Ausbildungsvertrages.

„ProBe“ setzt auf die enge Zusammenarbeit nicht nur von Lehrern und Betrieben, sondern auch von Eltern, die nachhaltig für die Berufswahlvorbereitung sensibilisiert werden. Das Projekt beginnt in allen Arnsberger Haupt- und Förderschulen im zweiten Halbjahr der siebten Klasse mit der Berufsweltinformation, danach folgen Berufswahlorientierung und Werkstattbesuche. Im zweiten Halbjahr der Neunten steht dann die Vermittlungsunterstützung in ein Ausbildungsverhältnis an. Angelegt auf weitere zwei Jahre haben dank der gemeinschaftlichen Initiative noch weitere Schülerinnen und Schüler die Chance auf „ProBe“.

Text + Bild: Kathrin Dictus

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