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Berufsausbildung "made in Germany" für China interessant

Reger Gedankenaustausch: Nach der Besichtigung des Kfz-Zentrums traf sich die chinesische Delegation im Hörsaal. Hier beantwortete Hans-Josef Walter (stehend, links) gerne ihre Fragen. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

11.12.2008. „Made in Germany“ ist ein besonderes Qualitätssiegel – und das gilt nicht nur für Produkte, sondern auch für die Berufsausbildung: Mit dem Thema „Technologieinnovation und Weiterbildung von Facharbeitern“ beschäftigte sich zwei Wochen lang eine chinesische Delegation aus der Provinz Liaoning während einer Fortbildungsreise, die die Gruppe auch ins Berufsbildungszentrum (bbz) der Handwerkskammer Südwestfalen führte.

Hier stand, wie bei allen anderen Stationen auch, der Automobilbereich, in diesem Falle das als Kompetenzzentrum anerkannte Kfz-Zentrum, im Mittelpunkt. Und das hat einen besonderen Grund, wie der Leiter der Gruppe, Jiaren Wang, erläuterte: In der Provinz Liaoning, doppelt so groß wie Deutschland, spielt die Automobilindustrie eine große Rolle. Daher konzentrierte sich die Reise, die über ein Kooperationsprogramm der Provinz – sie ist gleichzusetzen mit einem deutschen Bundesland – und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) initiiert wurde, auf diesen Schwerpunkt: „Uns geht es darum, Erfahrungen in der deutschen Berufsausbildung zu sammeln“, so Jiaren Wang. Zudem steht in der im Nordosten Chinas gelegenen Provinz ein ähnlicher Strukturwandel wie im Ruhrgebiet bevor, so dass sich hier gute Vergleichsmöglichkeiten boten.

Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung steigt in China der Bedarf nach qualifizierten Fachkräften, dementsprechend gewinnt die Berufsausbildung an Bedeutung. Hier möchte man von den entwickelten Ländern lernen, so Jiaren Wang. Am Beispiel des Kfz-Handwerks machte er deutlich: Kfz-Mechaniker erhalten bislang ihre zwei- oder dreijährige theoretische und praktische Ausbildung in der Berufsschule, erst danach geht es in den Betrieb. „Dabei ist der Anteil der Theorie eindeutig zu groß“, erklärte Wang und sah sich darin während des Besuchs im bbz Arnsberg bestätigt: „Hier werden Theorie und Praxis hervorragend kombiniert“, erklärte er nach der Besichtigung des Kfz-Zentrums. Zudem lobte er die technische Ausstattung und die Kompetenz der Mitarbeiter. Umfangreiche Informationen über die Arbeit im Berufsbildungszentrum und insbesondere über Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen im Kfz-Bereich vermittelten dabei Hans-Josef Walter, zuständig für Kompetenzentwicklung und Projekte, sowie Kfz-Technikermeister Michael Steinbeck, der als Dozent im Kfz-Zentrum tätig ist.

Das Programm der vierzehntägigen Informationsreise der Gruppe, die sich aus Vertretern der Reform- und Entwicklungskommission, dem Ministerium für Außenhandel und wirtschaftliche Zusammenarbeit, dem Ministerium für Arbeit und soziale Sicherung aus der Provinz Liaoning sowie der GTZ zusammensetzte, vermittelte einen breit gefächerten Einblick in das deutsche Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt. Hinzu kam eine Exkursion nach Paris: So standen unter anderem der Besuch des Automobilverbandes in Frankfurt, Werksbesichtigungen bei Citroen und Mercedes, der Besuch der RWTH Aachen und Kontakte zur deutsch-chinesischen Wirtschaftsvereinigung auf dem Programm. Vertieft wurden die Informationen in Seminaren und Gesprächsrunden in Köln. Im Auftrag der GTZ hatten die dort ansässigen Carl-Duisberg-Centren die gesamte Reise organisiert. Verantwortlich dafür zeichnete CDC-Mitarbeiter Wilfried Gebhardt, der nicht zum ersten Mal eine asiatische Gruppe ins bbz Arnsberg begleitete.

So ganz nebenbei gab es dann auch noch einen Einblick in die deutsche Weihnachtskultur: Beim Besuch von Weihnachtsmärkten ließen sich die Chinesen von der Stimmung einfangen, die ihnen augenscheinlich gut gefiel, wie der eindeutige Kommentar von Wiang bestätigte: „Super.“ Ihre Erkenntnisse werden die Reiseteilnehmer nach der Rückkehr in die Heimat in einem Protokoll zusammenfassen und Empfehlungen zur Umsetzung abgeben. Dabei wird ein wichtiger Punkt in jedem Fall genannt werden, verriet Jiaren Wang schon jetzt: „Mehr praxisbezogene Ausbildung.“

Text und Bild: Kathrin Dictus

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